Was ist ALLES Usability?

Usability: Ein theoretischer Hintergrund

Was ist ALLES Usability?

Ein theoretischer Hintergrund

  • Usability definiert nach der DIN EN ISO 9241-11 (1998):

    „Gebrauchstauglichkeit ist das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Nutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu er­reichen.“

    Die Attribute von Effektiv, Effizient und Zufriedenheit lassen sich messen. Als Grundlage vor jeder Entwicklung werden Zielkriterien verfasst, die sich stark an das Leitbild und Philosophie des entsprechenden Unternehmens richten. Usability übernimmt folgende Aufgaben (siehe auch Richter und Flückiger, 2010):

    • Bestimmung des Nutzerkontextes und Festlegung auf eine Nutzergruppe,
    • Bestimmung des Funktionsumfanges,
    • die Erarbeitung von optimalen Prozessen und
    • die Gestaltung der Benutzeroberfläche.

    Diese Aufgaben werden durch Zielkriterien definiert. In der Empirie geht es genau darum, Zielkriterien, im Kontext der Anwendung, ausfindig zu machen und zu erreichen. Es existieren viele Methoden, um Zielkriterien herauszufinden, bzw. und um das Ziel von Usability zu erreichen.

    Das zentrale Ziel Usability ist die Anpassung eines Systems an die Anforderungen der Nutzer in einem bestimmten Kontext!

    Nachdem der Begriff und die Motivation von Usability geklärt sind, möchte ich auf die Bewertung von Usability hindeuten.

    Eine Bewertung von „gut“ und „schlecht“ ist immer eine rein subjektive Meinung. Usability ist nicht subjektiv. Usability will den Spagat vom Einzelnen auf eine Gesamtheit schaffen (induktiv). Daher verstehen wir Usability als einen Zusammenschluss von Methoden und Techniken. Diese Methoden und Techniken helfen uns, die Nutzer im Vorfeld zu befragen, ob eine bestimmte Maßnahme/Prozess „gut“ oder „schlecht“ ist.

    Ein kurzes Beispiel soll meine Gedanken klarer herausstellen: Wenn wir eine Maßnahme testen und von 20 Nutzern sagen 18, dass diese Maßnahme schlecht ist. Wir diese dann trotzdem mit in das System integrieren, haben wir A) eine nicht repräsentative Probandengruppe gewählt,  B) die Auswertung nicht verstanden oder C) die Zielkriterien/Forschungsfrage falsch formuliert. Egal welche Möglichkeit zu Grunde liegt, Usability ist stets das Ergebnis einer, qualitativen, objektiven, validen und methodischen Forschung (quantitative Methoden können als Ergänzung herangezogen werden). Und genau diese Forschung kann „gut“ oder „schlecht“ sein. Ist sie schlecht, haben wir die Usability einer Anwendung nicht erreicht.

    Das muss nicht heißen, dass die Anwendung schlecht ist. Es heißt, dass wir nicht sagen können, ob die Anwendung von den Nutzern so verstanden wird, wie wir es gerne hätten.

    Halten wir also fest. Nicht Usability kann „gut“ oder „schlecht“ sein, Usability ist lediglich das Ergebnis einer „guten“ methodischen Empirie.

    Was macht nun jedoch Usabiltiy

    Literatur:

    • DIN EN ISO 9241-11. (1998). Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten. Teil 11: Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit – Leitsätze. Berlin: Beuth.
    • Richter, M. & Flückiger, M. (2010). Usability Engineering Kompakt. Benutzbare Software gezielt entwickeln (2. Aufl.). Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.
  • Usability ist lediglich das Ergebnis einer „guten“ methodischen Empirie

    Usability ist das Ergebnis einer „guten“ methodischen Empirie

    Autor:
    Fred Fischer
    Usability Engineer

    Dipl. Komm.Psych. (FH)